Checkliste: Ticketsystem einführen
Eine Einführung scheitert selten an der Software und fast immer an Kleinigkeiten, die niemand aufgeschrieben hat. Diese Liste schreibt sie auf – in der Reihenfolge, in der sie bei kleinen und mittleren Teams erfahrungsgemäß anfallen.
Die Liste ist für Teams von drei bis etwa fünfzig Personen gedacht, die Anfragen per E-Mail, Telefon und Website bekommen. Sie gilt für jedes Ticketsystem, nicht nur für rapidFOX. Ausgangspunkt ist der Ratgeber „Ticketsystem einführen in 7 Schritten"; die Liste ist das Gegenstück zum Abhaken.
Vor dem Start
-
Support-Adresse festgelegt
Eine Adresse (support@, info@, service@), die ins System läuft. Mehrere Adressen sind möglich, aber eine reicht für den Anfang.
-
Verantwortliche Person benannt
Eine Person, die in den ersten vier Wochen Fragen beantwortet und Einstellungen ändert. Ohne sie bleibt jede Frage liegen.
-
Kanäle gezählt
Woher kommen Anfragen wirklich? E-Mail, Telefon, Website, Zuruf. Was nicht in die Liste kommt, kommt später auch nicht ins System.
-
Drei Status festgelegt
Offen, in Arbeit, erledigt. Mehr braucht die erste Woche nicht. „Wartet auf Kundin" kommt in Woche zwei.
-
Fünf bis acht Kategorien gewählt
Nach dem, was tatsächlich hereinkommt, nicht nach dem Organigramm. Ohne Kategorie gibt es später keine Auswertung.
-
Zugang angelegt, Testphase genutzt
Mit Beispieldaten üben, bevor die erste echte Mail hereinkommt. Beispieldaten danach restlos löschen.
-
Team informiert
Ein Termin, fünfzehn Minuten: Warum wir das machen, was sich ändert, wo man Hilfe findet. Nicht per Rundmail.
Erste Woche
-
Postfach angebunden und geprüft
Eine Testmail von außen schicken, im System sehen, von dort beantworten, Antwort beim Absender prüfen. Absender muss die gewohnte Adresse sein.
-
Signatur eingerichtet
Name, Firma, Kontakt. Einheitlich für alle, damit Antworten nach einem Haus aussehen.
-
Jede Person hat ihren Zugang
Kein geteiltes Konto. Sonst weiß später niemand, wer was geschrieben hat.
-
Teams angelegt, falls mehrere Bereiche
Technik sieht Technik, Buchhaltung sieht Buchhaltung. Wer alles sieht, verliert die Übersicht als Erstes.
-
Eingangsbestätigung aktiviert
Kurz, mit Nummer, mit ehrlicher Zeitangabe. Vorlage siehe „Antwortvorlagen für den Support".
-
Erste echte Vorgänge bearbeitet
Ab jetzt keine Antwort mehr aus dem alten Postfach. Wer weiter im alten Postfach antwortet, führt das System ad absurdum.
-
Tägliche Fünf-Minuten-Runde
Was ist offen, was hakt, was fehlt in der Einstellung. Eine Woche lang, dann reicht wöchentlich.
Zweite Woche
-
Status „Wartet auf Kundin" ergänzt
Sonst zählen Vorgänge als offen, bei denen das Team nichts tun kann.
-
Textbausteine für die zehn häufigsten Antworten
Aus den echten Antworten der ersten Woche, nicht aus dem Kopf. Kürzel vergeben.
-
Geschäftszeiten und Feiertage hinterlegt
Damit Fristen nur in offener Zeit zählen. Bundesland beachten.
-
Fristen für Reaktion und Lösung gesetzt
Erst jetzt, wenn die echten Zeiten der ersten Woche bekannt sind. Werte, die haltbar sind, nicht Werte, die gut klingen.
-
Erste Lösungen ins Wissen übernommen
Jede Antwort, die länger als fünf Minuten dauerte, wird beim Abschließen als Lösung festgehalten.
-
Kundenportal geprüft
Wenn vorhanden: Als Kundin anmelden, eigenen Vorgang sehen, Antwort schreiben. Was dort verwirrt, verwirrt auch Kundinnen.
-
Regeln am Posteingang, sparsam
Höchstens drei: Newsletter aussortieren, bestimmte Absender einem Team zuordnen, Prioritäts-Schlüsselwort. Mehr nicht.
Nach vier Wochen
-
Erste Auswertung angesehen
Aufkommen je Kategorie, Reaktionszeit, offene Vorgänge älter als eine Woche. Drei Zahlen reichen.
-
Kategorien nachgeschärft
Was „Sonstiges" heißt, wird aufgeteilt. Was nie vorkommt, wird gelöscht.
-
Fristen mit der Wirklichkeit verglichen
Wurden sie gehalten? Wenn nicht: Frist anpassen oder Ursache beheben. Nicht ignorieren.
-
Altes Postfach aufgeräumt
Automatische Weiterleitung ins System, altes Postfach nur noch lesend. Sonst antwortet in Monat drei wieder jemand von dort.
-
Wissen durchgesehen
Doppelte Einträge zusammenführen, veraltete löschen. Zehn gute Einträge schlagen fünfzig halbe.
-
Team gefragt
Was nervt? Was fehlt? Eine Runde, ehrlich. Die Antworten sind die Aufgabenliste für Monat zwei.
-
Beispieldaten und Testzugänge gelöscht
Restlos. Ein Test-Kunde in der Auswertung verfälscht jede Zahl.
Darf ich die Vorlagen im Betrieb verwenden?
Ja, uneingeschränkt. Anpassen, kürzen, in eigene Systeme übernehmen. Eine Quellenangabe ist nett, aber keine Bedingung.
Sind die Datenschutz-Checklisten eine Rechtsberatung?
Nein. Sie fassen zusammen, welche Punkte Art. 28 DSGVO für Auftragsverarbeitung verlangt und woran man sie beim Anbieter erkennt. Ob ein konkreter Vertrag ausreicht, beurteilt im Zweifel eine Datenschutzbeauftragte oder ein Anwalt.
Warum gibt es kein Formular vor dem Download?
Weil wir die Vorlagen verschenken und nicht gegen Adressen tauschen. Wer rapidFOX ausprobieren will, findet den Weg auch so.
In eigener Sache
rapidFOX ist das Ticketsystem hinter dieser Seite
Ein Tarif mit allen Funktionen, Daten und KI in Deutschland, ohne Schulung bedienbar. Sieben Tage kostenlos mit Beispieldaten, ohne Zahlungsdaten.