Known Error
Auch: bekannter Fehler · Known Error Database · KEDB
Ein Known Error ist nach ITIL ein Problem, das analysiert, aber noch nicht gelöst ist. Ursache und meist ein Workaround sind bekannt; die dauerhafte Behebung steht noch aus.
Ein Known Error – bekannter Fehler – ist ein Zwischenstand im Problem Management: Man weiß, was los ist, kann es aber noch nicht endgültig beheben. Typisch ist, dass für die Zwischenzeit ein Workaround existiert, mit dem Betroffenen geholfen werden kann.
Einordnung
| Stufe | Was bekannt ist |
|---|---|
| Incident | Etwas funktioniert nicht. |
| Problem | Es gibt eine Ursache hinter einer oder mehreren Störungen, sie ist aber noch unklar. |
| Known Error | Die Ursache ist analysiert, oft gibt es einen Workaround. Die Lösung fehlt noch. |
| Gelöstes Problem | Die Ursache ist dauerhaft beseitigt, meist durch einen Change. |
Warum die Lösung manchmal auf sich warten lässt
- Der Fehler liegt in fremder Software, und der Hersteller liefert erst mit dem nächsten Update eine Korrektur.
- Die Behebung ist teuer oder riskant und wird für ein Wartungsfenster geplant.
- Die Auswirkungen sind gering, und eine Lösung lohnt sich wirtschaftlich nicht.
Die Known Error Database (KEDB)
Bekannte Fehler werden in einer Known Error Database gesammelt. Ein Eintrag enthält typischerweise:
- Symptome und Fehlermeldungen, an denen man den Fehler erkennt
- betroffene Systeme oder Produkte
- die festgestellte Ursache
- den Workaround Schritt für Schritt
- den Stand der dauerhaften Lösung
In vielen Teams ist die KEDB kein eigenes System, sondern ein Bereich der Wissensdatenbank. Entscheidend ist, dass der Servicedesk sie schnell findet – über die Fehlermeldung, die Kund*innen nennen.
Beispiel
Nach einem Update zeigt eine Buchhaltungssoftware bei bestimmten Belegen eine falsche Summe in der Vorschau an; der Ausdruck stimmt. Der Hersteller hat den Fehler bestätigt, die Korrektur kommt in sechs Wochen. Der Support legt einen Known Error an: „Vorschau zeigt falsche Summe – Ausdruck prüfen, Wert dort ist korrekt.“ Meldet Erika Musterfrau den Fehler, findet der First Level den Eintrag in Sekunden, antwortet mit dem Workaround und verknüpft das Ticket. Wenn das Update kommt, lassen sich alle Betroffenen informieren.
Nutzen für den Support
- höhere First Contact Resolution, weil die Antwort bereitliegt
- weniger Eskalationen in den Second Level
- einheitliche Auskünfte statt widersprüchlicher Aussagen
- Überblick, wie viele Tickets ein offener Fehler verursacht – ein gutes Argument, die Lösung zu priorisieren
Wie man Wissen im Team aufbaut, beschreibt der Ratgeber Wissensdatenbank aufbauen.
Pflege der Einträge
Eine Known-Error-Sammlung veraltet schnell. Ist ein Fehler behoben, sollte der Eintrag geschlossen oder als erledigt markiert werden – sonst empfiehlt der Support Monate später einen Workaround, der längst nicht mehr nötig ist. Bewährt hat sich, jedem Eintrag eine verantwortliche Person und ein Prüfdatum zu geben. Wie viele Tickets jeder offene Fehler verursacht hat, ist dabei ein gutes Argument für die Priorisierung der endgültigen Lösung.
Kommunikation an Betroffene
Ein Known Error betrifft meist mehrere Kund*innen. Statt jeder Person einzeln zu erklären, was los ist, hilft ein abgestimmter Text: Was ist bekannt, wie lautet der Workaround, wann ist mit einer Lösung zu rechnen? Werden die betroffenen Tickets verknüpft, lassen sich alle informieren, sobald die Korrektur verfügbar ist.
So hilft rapidFOX
rapidFOX hat keine eigene Known-Error-Datenbank, aber eine Wissensdatenbank, in der du bekannte Fehler samt Workaround festhältst. Beim nächsten ähnlichen Fall schlägt die KI den passenden Artikel direkt im Ticket vor. Mehr unter Wissensdatenbank-Software.
Häufige Fragen
Ist ein Known Error dasselbe wie ein Bug?
Nicht ganz. Ein Bug ist ein Fehler in Software. Ein Known Error ist ein ITIL-Begriff für jedes analysierte, aber noch nicht gelöste Problem – das kann ein Bug sein, aber auch ein Konfigurations- oder Prozessfehler.
Braucht jeder Known Error einen Workaround?
Nein, aber meistens gibt es einen. Ohne Workaround sollte im Eintrag stehen, dass keiner bekannt ist – auch das spart dem Support Zeit.
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