SLA (Service Level Agreement)
Auch: Service-Level-Vereinbarung · Dienstgütevereinbarung · Leistungsvereinbarung
Ein SLA (Service Level Agreement) ist eine Vereinbarung zwischen einem Dienstleister und seinen Kund*innen, die messbar festlegt, welche Leistung in welcher Qualität erbracht wird – im Support vor allem, wie schnell reagiert und gelöst wird.
Ein Service Level Agreement (SLA) beschreibt, was Kund*innen von einem Service erwarten dürfen – und zwar so, dass man es nachmessen kann. Statt „wir kümmern uns schnell“ steht dort zum Beispiel: „Auf Anfragen mit Priorität Hoch reagieren wir innerhalb von zwei Stunden während der Geschäftszeiten.“ Das SLA ist damit zugleich Versprechen nach außen und Arbeitsauftrag nach innen.
Was in einem SLA steht
Ein SLA kann ein eigener Vertrag oder ein Anhang zum Dienstleistungsvertrag sein. Im Kundenservice enthält es meist diese Bausteine:
- Leistungsumfang: Welche Anfragen sind abgedeckt, über welche Kanäle (E-Mail, Telefon, Portal)?
- Servicezeiten: Wann läuft die Uhr? Meist nur in den vereinbarten Geschäftszeiten.
- Prioritätsstufen: Woran erkennt man, ob ein Fall kritisch oder normal ist? Siehe Ticket-Priorität.
- Zielwerte je Stufe: in der Regel eine Reaktionszeit (First Response Time) und eine Lösungszeit.
- Messung und Bericht: wie die Einhaltung ermittelt und wie oft berichtet wird.
- Folgen bei Verfehlung: etwa Gutschriften oder ein Eskalationsweg.
Beispiel aus dem Support-Alltag
Ein IT-Dienstleister betreut die Beispiel Werke GmbH. Vereinbart sind Servicezeiten Montag bis Freitag, 8 bis 17 Uhr, und diese Zielwerte:
| Priorität | Reaktionszeit | Lösungszeit |
|---|---|---|
| Kritisch | 1 Stunde | 4 Stunden |
| Hoch | 2 Stunden | 1 Arbeitstag |
| Normal | 4 Stunden | 3 Arbeitstage |
| Niedrig | 1 Arbeitstag | 10 Arbeitstage |
Geht am Freitag um 16:30 Uhr eine Anfrage mit Priorität Hoch ein, endet die Reaktionsfrist nicht um 18:30 Uhr, sondern am Montag um 9:30 Uhr: 30 Minuten zählen am Freitag, 90 Minuten am Montag. Wie solche Fristen entstehen, kannst du mit dem SLA-Rechner nachvollziehen. Die Werte in der Tabelle sind nur ein Beispiel – passende Zeiten hängen von Branche, Kanal und Kundenerwartung ab.
SLA, OLA und Underpinning Contract
Ein SLA gilt gegenüber Kund*innen. Damit es hält, braucht es oft interne Absprachen zwischen Teams – das ist ein OLA (Operational Level Agreement). Verträge mit externen Zulieferern, auf die ein Dienstleister angewiesen ist, heißen nach ITIL Underpinning Contracts.
Typische Fehler
- Zu fein gegliedert: Zwölf Kategorien mal vier Prioritäten ergeben 48 Zielwerte, die niemand mehr überblickt.
- Kalenderzeit statt Servicezeit: Wer Wochenenden mitzählt, verfehlt Fristen, die nie erreichbar waren.
- Kein Umgang mit Wartezeiten: Es sollte geregelt sein, ob die Uhr weiterläuft, während auf eine Rückmeldung der Kund*innen gewartet wird (siehe Wartestatus).
- Keine Messung: Ein SLA ohne Erfüllungsquote ist eine Absichtserklärung.
Wie man ein SLA Schritt für Schritt einführt, beschreibt der Ratgeber SLAs einführen; die Grundlagen stehen in SLA einfach erklärt.
Ein SLA in fünf Schritten einführen
- Ist-Zustand messen: Wie lange dauern erste Antwort und Lösung heute wirklich? Ohne diese Basis werden Zusagen geraten.
- Wenige Prioritäten festlegen: Drei oder vier Stufen reichen fast immer.
- Zielwerte realistisch wählen: lieber eine Zusage, die zu 95 % gehalten wird, als eine ehrgeizige, die jede Woche reißt.
- Intern testen: Einige Wochen messen, ohne die Werte nach außen zu versprechen.
- Kommunizieren und regelmäßig prüfen: Nach einem Quartal nachjustieren.
So hilft rapidFOX
In rapidFOX legst du SLA-Klassen mit Reaktions- und Lösungszeit an und weist sie einzelnen Firmen zu. Jedes neue Ticket bekommt seine Fristen automatisch, eine Ampel zeigt, was knapp oder überfällig ist, und auf Wunsch zählen die Fristen nur in euren Geschäftszeiten. Mehr dazu auf der Seite SLA-Management-Software.
Häufige Fragen
Ist ein SLA rechtlich verbindlich?
Wenn es Teil des Vertrags ist, ja – dann gelten die vereinbarten Zielwerte und Folgen wie jede andere Vertragsklausel. Ein rein internes Serviceversprechen ohne Vertragsbezug ist dagegen eine Selbstverpflichtung.
Was ist der Unterschied zwischen Reaktionszeit und Lösungszeit?
Die Reaktionszeit misst, wie lange es bis zur ersten qualifizierten Rückmeldung dauert. Die Lösungszeit misst, wie lange es dauert, bis das Anliegen tatsächlich gelöst ist. Ein SLA sollte beide getrennt festlegen.
Brauchen kleine Unternehmen ein SLA?
Ein förmlicher Vertrag ist nicht nötig, ein internes Ziel hilft aber fast immer. Schon ein einziger Wert wie „Antwort innerhalb eines Arbeitstags“ macht sichtbar, was liegen bleibt.
Verwandte Begriffe
Ein OLA (Operational Level Agreement) ist eine interne Vereinbarung zwischen Teams oder Abteilungen desselben...
Die First Response Time ist die Zeit zwischen dem Eingang einer Anfrage und der ersten Antwort eines Menschen...
Die Lösungszeit ist die Zeit vom Eingang einer Anfrage bis zu ihrer Lösung, also bis das Ticket als gelöst ode...
Die SLA-Erfüllungsquote ist der Anteil der Tickets, deren vereinbarte Frist – etwa Reaktions- oder Lösungszeit...
Geschäftszeiten (Servicezeiten) sind die Zeiten, in denen ein Support erreichbar ist und Anfragen bearbeitet....
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